kleines Mädchen

 
 
 
 

Weine, wenn du kannst. Trauere um dein Leben, wenn du kannst. Um dein vergangenes und vergessenes Leben. Dein geführtes Leben. Dein gelebtes Leben...das würde ich noch gerne hinzufügen, doch kann ich um ein gelebtes Leben trauern? Habe ich den gelebt? Ich weiß es nicht. Was ist leben eigentlich? Niemand hat mir mal erklärt wie man erkennt dass man lebt! Wie man lebt!

Ich bin ein kleines Mädchen und weine. Weine oft. Weine oft um etwas was mir unbekannt ist. Will es kennen lernen, doch zu viele Dinge kreuzen meinen weg. Ich kann mich nicht konzentrieren.

Ich bin ein kleines Mädchen. Ich bin gefallen. Stieß dabei auf hartem Boden auf. Habe mir dabei weh getan. Bekam ein Pflaster und die Wunde heilte. Doch manche Wunden können nicht heilen. Manche stürze werden nicht vom Boden aufgehalten. Kleine Mädchen können tief fallen. Sehr tief und können dann nicht mehr aufstehen. Ich bin ein kleines Mädchen und manchmal wünsche ich mir sogar nicht wieder aufzustehen. In dieser Dunkelheit einfach liegen zu bleiben und zu wissen das sich niemand einen Dreck über ein kleines Mädchen schert. Für die meisten klingt so etwas falsch und wird sofort beurteilt. Aber kleinen Mädchen ist so etwas egal. Sie wissen noch nicht wie die ganze Welt tickt. Eines Tages kommt jemand und erklärt es ihnen und dann sind sie anders. Denken anders, benehmen sich anders, nehmen rücksiecht auf andere.

ich bin ein kleines Mädchen und ich will das nicht. Ich laufe durch einen Tunnel der niemals endet. Es gibt für mich kein licht am ende des Tunnels- keine Hoffnung. Niemand würde mich mit offenen Armen empfangen. Die ganze Gesellschaft hat mich quasi in dieses Loch hinein geschupst und nach Steinen nach mir geworfen. Versteckte mich in der Dunkelheit. Verkroch mich dort nach dem tiefen Fall.

Ich bin ein kleines Mädchen und ich könnte mich selbst Ohrfeigen dafür dass ich so bemitleidenswert bin. Dafür das andere mich nicht ernst nehmen. Niemand nimmt kleine Mädchen ernst, aber ich will ein kleines Mädchen bleiben. Unbekümmert, dumm, einfach, still und schweigsam. Doch auf Dauer kann ich das nicht. Kann nicht einfach meine klappe halten. Will meine Meinung sagen. Doch Fäuste machen meine Zunge taub. Nehmen mir die sicht. Verliere meine Gedanken und das alles nur für Meinung. Aus Fehlern lernen kleine Mädchen schnell. Du kannst nichts! Sagen laute Stimmen. Du bist Dumm! Rufen sie. Sie scheinen die Wahrheit zu sagen. Predigen es schon. Doch... sie machen mir Angst.

Ich bin ein kleines Mädchen und ich erfand mir meine kleine Welt. Wo ich wichtig sein konnte, wo ich etwas bedeutete, wo ich sicher war-schien. Ich war Glücklich in dieser Schein Welt. Niemand wusste davon. Niemand durfte davon wissen  Ich habe leider den Fehler gemacht diese Zwei Welten zu verbinden zu versucht. Nun ist diese Welt für immer zerstört. Liegt in Trümmern. Unauffindbar. Ich kann nie wieder dort hin zurück. Unmöglich sie wieder aufzubauen. Zu viel Schmerz. Muss versuchen nur in einer Welt zu Leben, erst wenn ich das geschafft habe, wenn ich das auf die Reihe bekommen habe, kann ich auch woanders Glücklich sein. Denke ich. Ich habe an dieser Welt geglaubt. Festgehalten. Alles darauf konzentriert. Die eine Welt schien unwirklicher als die andere. Dachte ich könnte von der einen in die andere wechseln. dachte es gäbe eine Verbindung. Geirrt. Alles was blieb ist Enttäuschung, Erfahrung, Schmerz und eine Kaputte Welt. Darf nie wieder den Versuch wagen so etwas noch mal zu versuchen. Auch nur daran zudenken könnte den Untergang der gebliebenen Welt bedeuten. Was bleibt mir noch übrig als diese eine? Vorsichtig in einer Vetriene stellen und dort verstauben lassen. Mich inbegriffen.

 
Ich war ein kleines Mädchen und nichts hat sich geändert...

29.10.09 16:00

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


freizeitpoet / Website (29.10.09 16:11)
Leider wird die Rollenverteilung nicht ganz klar.

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